Sicherheit auf Geschäftsreisen - Was sagt das Gesetz?

“Ich möchte nicht ins Gefängnis"


Dieses Zitat eines Deutschen Personalleiters bei einem großen japanischen Baumaschinenhersteller mag auf den ersten Blick dramatisch klingen.

Es fiel während eines Telefonats zum Thema "Fürsorgepflicht auf Geschäftsreisen" mit besagtem HR-Direktor.

Tatsächlich hatte das Unternehmen eben erst einen neuen Vertriebsleiter für die Region Afrika eingestellt, diejenige Region mit dem grössten Wachstumspotential der nächsten Jahre in der Baubranche.


Während der Vertragsverhandlungen mit dem neuen Mitarbeiter, einem französischen Staatsangehörigen, wurde der Hersteller gefragt, was das Unternehmen denn tue, um ihn und seine Kollegen vor Schäden und Gefahren im Zusammenhang mit Reisen zu schützen?

Dem Personalleiter dämmerte, dass das Thema "Sorgfaltspflicht" einen größeren Einfluss auf seine Organisation hatte als angenommen. Er musste nun dem neue eingestellten Talent nicht nur versichern, dass alles Notwendige getan war, um ihn in schwierigen Umgebungen sicher und produktiv zu bleiben. Es stellte sich zusätzlich heraus, dass die Organisation etwa 200 weiteree Mitarbeiter hatte, die alle international reisten. Diese Vielreisendenwaren jeweils in einem der Firmenstandorte in Europa, verteilt auf 8 verschiedene Länder stationiert

Die HR-Organisation erkannte schnell, dass jeder dieser 8 Standorte eine eigene "Duty of Care" -Gesetzgebung hatte, zusätzlich zu den rechtlichen Rahmenbedingungen zum Arbeitnehmerschutz in den sogenannten Aufnahme-, bzw. Reiseländern auf der ganzen Welt.



 

Welcher rechtliche Rahmen gilt nun?


Bei der Betrachtung von gesetzlichen "Sorgfaltspflichten" (zusätzlich zu z.B. moralischen Pflichten), die für internationale Reisen gelten, muss ein Unternehmen nicht nur die Rahmenbedingungen des "Heimatlandes" einhalten, sondern auch Reisenden mit klaren Richtlinien und Verhaltensregeln ausstatten, die auf das jeweilige Reiseland angepasst sind.


Für Unternehmen, die nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen reisen, kann ein Verständnis der nationalen Gesetze (eventuell zusätzlich zu den regionalen) ausreichen. Sobald es aber um grenzüberschreitende Reisen geht, besteht der erste Schritt darin, dei eigentliche Top-Destinationen zu identifizieren. Weniger häufige Reiseziele können zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt werden.Typischerweise muss jeder rechtliche Rahmen für jeden der identifizierten Standorte verstanden und sich in derer "Travel Risk Policy, / Reiserichtlinie" widergespiegeln. Alternativ neigen viele Unternehmen dazu, einfach das jeweilige mit der strengsten Gesetzgebung zu identifizieren.

Diese dient dann als Grundlage für eine weitere Richtlinienentwicklung . Zum Beispiel wird in Europa das britische "Maslauter Act (Totschlag) und die damit verbundenen britischen Rechtsvorschriftenals mit die strengsten angesehen.

Zieldestination, Herkunft, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Steuerrecht und Strafrecht müssen bei der Beurteilung des rechtlichen Risikos des Arbeitgebers untersucht werden - für jedes Land. Reisende kmüssen nach jeweiliger Kategorie unterschiedlich betrachtet werden - z.B. Expatriates und deren Familienmitglieder.

 

Was wenn?


Dieser Beitrag geht nicht auf nicht-rechtliche Aspekte der Nichteinhaltung der Sorgfaltspflicht ein, wie zum Beispiel: Gefahr für das Unternehmenimage als Arbeitgeber, Produktivitätsverlust, Reputationsrisiken und andere. In zukünftigen Beiträgen werden wir beschreiben, wie man eine Reiserissiko Richtlinie strukturiert und entwickelt, die alle Aspekte vor einer Reise, während einer Reise und im Notfall berücksichtigt.Jede Firma ist zusätzlich anders und muss ihre individuellen Richtlinien basierend auf einer Reihe von Kriterien entwickeln,z.B. : Anzahl der Reiseaktivitäten pro Jahr, Art der Reise(n), % Reiseziele mit hohem Risiko, usw.. Eine Risikokategorisierung sollte Überlegungen zu Krankheit, Kriminalität, Terrorismus, Naturkatastrophen, Krieg und bewaffneten Konflikten umfassen.


Eine durchdachte und getestete Reiserichtlinie (einschließlich eines Reiserisikoabschnitts) mit klaren Richtlinien, klaren Rechenschaftsregeln in Übereinstimmung mit den jeweiligen destinationsspezifischen Regeln/Normen ist zwingend um eine Organisation vor Haftungsansprüchen zu schützen. Die Richtlinie muss alle Elemente der Sorgfaltspflicht inkl. Vorbereitung, Information, Intervention und Kontrolle abdecken

Das Vereinigte Königreich


Der Health and Safety at Work Act 1974 (HSWA) kann neben anderen Common-Law-Regularien als der wichtigste Rechtsrahmen des Landes angesehen werden. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, alle vernünftigerweise durchführbaren Maßnahmen zu ergreifen, um die Arbeitnehmer während der Arbeit (also auch auf Reisen) vor Risiken für Gesundheit und Sicherheit zu schützen.

Mehr hierzu auch hier: https://www.gov.uk/guidance/operating-in-high-risk-environments-advice-for-business

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